
Als 1970 Monty Python seinen Sketch in einem Restaurant spielte und eine Horde Wikinger jede Art von Kommunikation mit dem Ausruf nach „Spam Spam Spaaaam“ untermalte oder vielmehr unmöglich machte und damit diverse Kreationen mit dem Fleischpudding aus der Dose von Hormel Foods auf den Tisch forderte , wusste sicher niemand, dass damit später der virtuelle Kommunikationsmüll seinen Namensstempel aufgedrückt bekommen würde.
40 Jahre später sind 80 % aller verschickten E-Mails Spam. In Zahlen ausgedrückt sind das rund 95 Billionen Spam-Mails pro Tag! Von der Viagra Bewerbung bis hin zur Mahnung , die 5hundertse Gewinnbenachrichtigung oder doch eine Nachricht vom FBI – man fragt sich letztlich ernsthaft wer auf solche sehr offensichtlich schlecht gemachten Mails überhaupt antworten soll und wieso sich das Geschäft für die Spammer trotzdem lohnt.
Die Antwort ist einfach. Die Masse machts und der Preis ist unschlagbar. Wenn nur einer kauft relativiert sich die Gewinnspanne schnell nach oben.
Ab 20 Dollar mal eben 100 Millionen E-Mails verschicken
Botnetze machen das möglich. Die Mailprovider der Trickbetrüger schließen Rechner die dauerhaft im Netz hängen zusammen und schaffen so die Realisierung enormer Datenraten. Zusätzlich steuert im Hintergrund Botnet Software die Verteilung pro Rechner und Tageszeit, also möglichst in den frühen Morgenstunden, wenn der Traffic nicht auffällt bzw. im Hintergrund laufende Aktivitäten der Hardware, dem User keine Einschränkung an der Rechenleistung bescheren.
Eine Million für 50 € Bearbeitungsgebühr
Die Masche stammt noch aus den 80er Jahren und wurde damals noch per Fax durchgeführt. Gegen eine kleine Bearbeitungsgebühr wird dem Empfänger die Beteiligung an einem Millionenbetrag versprochen, der natürlich nicht exisitiert. Diese Art von Vorschussbetrug wird auch gern von dubiosen Vereinen genutzt, die ihren Mitgliedern hohe Auszahlungschancen von Versicherungspolicen oder Rentenpolicen versprechen, die angeblich als Zusammenschluss dann komplett an Banken verkauft werden sollen.
Die Gebühren werden über einen langen Zeitraum eingefordert und reichen von der Bearbeitungsgebühr bis hin zur Beantragung von Geldkarten, die sich meist als Kreditkarten entpuppen mit schwindelerregenden Zinssätzen auf die die Betrüger dann nochmals verdienen.
Wer klickt, verliert
Wenn Paypal die Erinnerung schickt, dass auf dem nicht existenten Konto nur noch beschränkter Zugriff möglich ist, wundern wir uns vielleicht nicht – schlimmer für die die eines haben und wirklich die Kontodaten neu eingeben. Ähnlich funktionieren auch Lock- Mails die zum anklicken (meist durch Nacktfotos) verleiten und damit einen Virus oder Trojaner einschleusen.
Das Legale zum Schluss
Natürlich gibt es auch legalen Spam, der durchaus als marketingrelevantes Mittel eingesetzt wird. Das kann vom viralen Marketing reichen (Mails mit lustigem oder bizzarem Inhalt die vom Empfänger selbst weitergeleitet wird) , bis hin zu personalisierten Angeboten. Bricht der Nutzer den Bestellvorgang zBsp. für eine Mallorca Reise ab, erhält jener wenig später eine Mail mit dem Supersonderangebot für einen all inklusive Mallorca Urlaub. Dann kann Spam doch auch mal Spaß machen und vor allem nützlich sein.