Samstag 19. Mai 2012, 03:48
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Netz & Web 2011 - Was erwartet uns dieses Jahr?

DATEF Magazine

Neuer Ärger für Wikileaks – Unterstützer, gehackte iTunes Konten im öffentlichen Abverkauf in China erhältlich und Kreditkarten die ab 2011 überflüssig werden sollen. Kaum hat das Jahr begonnen, häufen sich schon die Hiobsbotschaften.

Was sich dieses Jahr alles für Privatkunden im Bereich Online Services ändert und wo das Thema Datenschutz neue Formen annehmen werden muss, erfahren Sie in unserer Erstausgabe 2011.

Wikileaks –Unterstützer müssen Zugriff auf ihre Daten gewähren

Am Freitag wurde offiziell, dass das US – Justizministerium die Herausgabe von sämtlichen Benutzerdaten von Twitter fordert. Betroffen sind aktive Unterstützer der Online Plattform Wikileaks.

Seit Ende letzten Jahres ging eine heftige Debatte durch die Medien, die eine Verletzung im Datenschutz durch die Veröffentlichung geheimer politischer Dokumente, anprangerte, die über diese Plattform veröffentlicht wurden. Der US-Soldat Bradley Manning, sitzt bereits seit Monaten in Haft, wegen des Verdachts, dass dieser WikiLeaks geheime Datensätze zugespielt haben soll.

Zu dem wurden gegen den Gründer Assange Vergewaltigungsanschuldigungen erhoben . Mittlerweile sitzt Assange in Untersuchungshaft.

Twitter soll nun alle Informationen den US-Justizbehörden zugänglich machen, die in Verbindung mit WikiLeaks und ihren Verfechtern stehen.

Gefordert werden persönliche Daten, wie Name und Benutzername, Privat- und Geschäftsadressen, sowie IP-Adressen, Telefonnummern und sonstige Verbindungen und Kommunikationsverläufe, die bei den jeweiligen Benutzern angefallen sind.

Ob auch andere Anbieter betroffen sind und von den Behörden rechtlich aufgefordert wurden, ist aufgrund der auferlegten Geheimhaltung des Gerichtes nicht bekannt. So könnten weitere Nutzer noch völlig ahnungslos sein.

Fakt ist, dass die Anordnung nur bekannt wurde, weil sich Twitter gegen das auferlegte Sprechverbot gerichtlich gewehrt hat. Andere Anbieter haben sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Thematik und ob deren Nutzer betroffen sind nicht geäußert.

China – gehackte iTunes Konten bei Taobao erhältlich

Laut der Zeitung „Global Times“ sind auf Chinas größter Handelswebsite Taobao mittlerweile 50.000 gehackte iTunes Accounts zu verkaufen. Zu einem Wert von 3,50 € können die Erwerbenden auf Kosten eines anderen Musik und Filme kaufen. Die Kaufempfehlung von Taobao informiert dazu, den Account möglichst nur 24 Stunden zu nutzen.

Damit bewegt sich Taobao in höchst illegalen Bereichen. In einer Stellungnahme, weisen die Betreiber jedoch jegliche Schuld von sich. Man könne die Anzeigen ohne einen offiziell gestellten Antrag nicht entfernen.

Die rechtliche Lage ist schwierig, da Kriminelle entweder die Accounts hacken oder eigene Accounts mit gestohlenen Kreditkartendaten erstellt haben. Wenn Taobao nicht reagiert, kann Apple kaum Einfluss auf die illegalen Anzeigen nehmen, da diese nur vom Betreiber gelöscht werden können.

Apple hatte bereits vor Monaten ihren Kunden empfohlen, die Passwörter zu ändern und die zuständige Bank zu informieren.

Bezahlen per Handy – Google plant Funk-Zahlsysteme

Neu ist die Idee nicht. Bereits 2003 wurden Anstrengungen in diesem Bereich unternommen. Damals schloss man in Deutschland die Simpay-Kooperation, jedoch blieb die praktische Umsetzung erfolglos.

Google ist bei weitem nicht der einzige Anbieter, der Funk-Zahlsysteme entwickelt. Paypal, T-Mobile, Verizon, Visa und Mastercard basteln an ähnlichen Projekten.

Damit würde die Bezahlung per Kreditkarte hinfällig. Mit den Funk-Zahlsystemen könnten auch Informationen über Rabattprogramme, Geschenkgutscheine und Mitgliedschaften gespeichert und abgerufen werden.

Allerdings stehen die Kreditkarten- und Mobilfunkunternehmen vor einem altbekannten Problem. Sollte der Systemwechsel erfolgen, wird der Erfolg dieser Systeme vor allem von der Nutzung und Akzeptanz der Kunden abhängig sein. Ein weiteres Manko ist, dass die Systeme unterschiedlich funktionieren, d.h. Kunden könnten dann zunächst nur in bestimmten Geschäften damit einkaufen.

Das sich diese Systeme bis Ende 2011 damit flächendeckend durchsetzen, kann also ausgeschlossen werden.