Donnerstag 23. Mai 2013, 11:16
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Kommunikation: Die emotionale Dimension

DATEF Magazine

Evolutionär betrachtet nimmt die Kommunikation den höchsten Stellenwert ein. Das wir Menschen in der Lage sind miteinander zu kommunizieren, also Informationsaustausch zu betreiben, hat unsere Entwicklung nachhaltig bedingt und beeinflusst.

Doch was bedeutet Sprache & Kommunikation in unserer heutigen Gesellschaft? Welchen Veränderungen ist sie unterlegen oder welchem Komplex? Fakt ist, dass die Medien, über die Informationen verteilt werden, komplexer und damit einhergehend auch unübersichtlicher geworden sind. Die Vernetzung der Informationspools macht zwar Information schneller einer breiteren Masse zugänglich, den Filter für relevante oder nicht relevante Informationen müssen wir aber immer noch selbst setzten.

Richtige oder falsche Informationen beeinflussen also ganz nachhaltig unsere Kommunikation. Fehlen Informationen oder werden diese gezielt manipuliert oder einseitig kommuniziert, wird dies auch unser Verhalten und unsere Meinung stark in die jeweilige Richtung lenken.

Kommunikation als Verkaufswerkzeug

Schaut man nur in einen der größeren Online-Buchhandel und sucht zum Thema Kommunikation oder Verkaufswerkzeuge autodidaktische Lektüre, beginnt schon hier die Reiz- und Informationsüberflutung. Zu keinem Thema gibt es mehr Ratgeber, Kurse oder Lehrbücher. Dabei ist eines in der Kommunikation an sich wichtig – der eigene Charakter, die eigene individuelle Art und Weise Informationen zu verteilen, bekannt zu geben oder mit diesen einen potentiellen Kunden für ein Produkt oder eine Idee zu begeistern.

Doch Kommunikation setzt sich nicht nur aus Worten zusammen. Die Mimik, Gestik und die Körperhaltung spielen eine ganz entscheidende Rolle bei der Informationsweitergabe. Wir finden diese sogar in allgemein gültigen Sprichwörtern wieder „ Den Kopf in den Sand stecken“ , „ Hand aufs Herz“ oder „ Sich an die eigene Nase fassen“.

Körpersprache sendet ganz eindeutige Botschaften. Verschränkte Arme oder eine abgewandte Sitzhaltung zum Gesprächspartner vermitteln schon ganz unbewusst eine negative emotionale Haltung. Sie kann je nach Inhalt des Gesprächs noch zusätzlich von Gesten die einem Fluchtreflex entsprechen oder sogar eine Kampfansage darstellen begleitet werden. Wichtig: Es ist immer die Kombination von Körperhaltung, Gestik, Mimik und Sprache aus der sich die emotionale Wahrnehmung zusammensetzt.

Kommunikation trainieren

Körpersprache, Gestik und Mimik sowie rhetorische Sprachgestaltung kann man lernen. Man kann diese so perfektionieren, dass ein ungeschultes Gegenüber sicher die Verkaufstricks oder Verschleierungstaktik nicht durchschaut und im schlimmsten Fall auf diesen „Hochstapler“ hereinfällt. Auch wenn wir hier meist nur die negative Definition der gewieften Verkäufer kennen, gibt es auch einen ganz positiven Effekt, wenn man Kommunikation und deren Formen erlernt oder trainiert.

Wer zBsp. schüchtern ist, wird mit einer aufrechten Körperhaltung und einer guten Vorbereitung sicherer in ein Gespräch gehen. Auch ist es hilfreich zu wissen welcher Kommunikationstyp man selbst ist, so können die Reaktionen von anderen Gesprächspartnern besser eingeschätzt werden.

Dennoch, auch noch soviel Training kann und wird die menschlichen Instinkte nicht ausschalten. Eine typische Reaktion sind die sogenannten Schutzgesten wie Zupfen an der Kleidung, Lippen lecken, an Mund und Nase fassen oder sich am Ohrläppchen ziehen. Es kann darauf hinweisen, dass die Situation als unangenehm empfunden wird oder sogar das das Gegenüber die Unwahrheit sagt.

Aufrechtes Sitzen, eine offene und entspannte Körperhaltung und Handgesten die die Handinnenfläche immer wieder zum Gesprächspartner richten, vermitteln eine positive Gesprächsatmosphäre, kann aber eben auch nicht so leicht antrainiert werden wie man meint. Denn diese Handlungen sind unterbewusste Reaktionen, die eher gestellt und verkrampft wirken wenn man diese versucht bewusst herbeizuführen.

Alles Kopfsache?

Ja! Unter welchen Voraussetzungen man kommuniziert, hängt ganz stark auch von den jeweiligen Umständen ab. Ein Verkäufer der in einem Verkaufsgespräch sitzt und weiß das er den Abschluss unbedingt tätigen muss um den monatlich vorgegeben Umsatz zu schaffen, wird ebenso verkrampfen wie ein Schüler der weiß das die Note in dem Test ausschlaggebend für das Bestehen oder Nichtbestehen einer Prüfung ist.

Erfolgskiller Nummer 1 ist immer noch Angst. Wer unter wirtschaftlichen Erfolgsdruck steht, der delegiert wird, richtet automatisch sein Denken darauf aus. Versagensängste oder der Kampf um den Arbeitsplatz bewirken große Unsicherheiten. Die Belastbarkeit sinkt und damit verändert sich auch die Art der Kommunikation dieser Person. Im Unterschied dazu kann ein sich selbst auferlegtes Ziel zu einer höheren Motivation führen, da der emotionale Hintergrund ein anderer ist.

Kommt es in beiden Fällen zu einem Erfolgserlebnis wird der daraus sich ergebende Belohnungsfaktor ebenfalls anders ausfallen. Es ist also wichtig welche Einstellung und Überzeugung hinter der geführten Kommunikation steht.

Ändern Sie Ihre Glaubensvorstellungen

Im allgemeinen ist dies auch mit dem Begriff „Positives Denken“ besetzt. Da dies aber ein sehr weitläufiger Begriff ist und die richtigen Maßnahmen für einen selbst erst gefunden werden müssen, können trotzdem schon kleine Prozesse und Maßnahmen nachhaltig Veränderungen bewirken.

Zbsp. ist das Konkurrenzdenken in unserer Gesellschaft sehr stark ausgeprägter Glaube. Konkurrenz kommt aber von der Vorstellung etwas verteidigen oder erhalten zu müssen, dass nicht für alle genügend vorhanden ist. Das ist aber ein Trugschluss.

Probieren Sie statt dessen, diese Überzeugung einmal umzukehren und sich vor Augen zu führen, dass wir in einer Fülle leben und damit auch genug für jeden vorhanden ist. Nur weil man gewisse Möglichkeiten nicht kennt, heißt es nicht das es diese nicht gibt oder diese auf einen selbst nicht zutreffen.


Beeinflussen Sie Ihre Partner

Beobachten Sie doch Ihr Gegenüber beim nächsten Gespräch einmal aufmerksam. Welche Empfindung löst das bei Ihnen aus? Verändern Sie bewusst innerhalb des Gespräches Ihre eigene Körperhaltung. Wie reagiert der Andere darauf? Nutzen Sie auch das Prinzip Gefälligkeit. Die Macht des Gebens und Nehmens löst unterschwellig beim „Beschenkten“ den Reflex aus etwas zurückgeben zu wollen.

Aber auch innerhalb des Arbeitsumfeldes kommt dieses Prinzip gut an. Tun Sie doch Ihrem Kollegen oder Mitarbeiter mal wieder einen kleinen Gefallen. Wer fair und ehrlich mit dem anderen umgeht, bekommt das 100 prozentig zurück. Und das die kleinen Gesten auch dem Arbeitsklima gut tun, versteht sich von selbst. Mitarbeiter die in einem funktionierenden und fairen Kollektiv arbeiten, sind nachweislich produktiver und leistungsfähiger.