
Fast könnte man meinen, dass das Thema Cloud Computing den Status des überstrapazierten Themas inne hat. Über keine andere technologische Entwicklung wird derzeit soviel berichtet und diskutiert. Mit Recht, denn wenn man sich den weltweiten Umsatz von Public Cloud Angeboten anschaut, der bei 16 Milliarden Dollar liegt, wird klar, dass die Zukunft der optimierten IT gehört. Laut Aussagen des IDC wird der Umsatz bis 2014 auf mehr als 55 Milliarden US-Dollar steigen.
Ein Grund mehr also gerade für mittelständige Unternehmen sich mit dem Einsatz von Cloud Computing auseinanderzusetzten. Doch die Zielgruppe blickt eher verhalten auf entsprechende Angebote, nicht zuletzt auch, weil der Einsatz dieses Technologiekonzeptes, Mitarbeiter im IT Bereich letztlich überflüssig machen könnte.
Neue Rollenverteilung
Die starken Berührungsängste der IT Verantwortlichen sind durchaus verständlich, könnte doch der eigene Job in die Cloud wandern. Mit der Übernahme von Cloud Technologien in die eigene IT, muss zwangsläufig umgedacht werden. Es gilt die Rolle des Systemverwalters in die eines Business Strategen umzuwandeln. Denn bei Cloud Computing geht es vordergründig nicht mehr nur um Technik und deren Instandhaltung, sondern um optimierte Lösungskonzepte, die die IT fordern, einen wesentlichen Beitrag zu den Unternehmenszielen zu leisten.
Das bedeutet vor allem für IT Leiter neue Qualitäten im Managementbereich zu entwickeln und sich innerhalb der bestehenden Bereiche wie Einkauf, Vertrieb und Marketing behaupten zu müssen und einen Unternehmenserfolg durch IT Strategien nachzuweisen. Die Verantwortlichkeiten verschieben sich damit deutlich.
Vorgeschobene Argumente
Der allgemeine Ansatz, dass mit der Nutzung von IT Services automatisch interne IT Fachleute nicht mehr benötigt werden ist falsch. Der Serviceprovider kann zwar die Dienste und deren Konditionen liefern, nicht aber die funktionellen Konzepte zur Förderung des jeweiligen Unternehmenszieles und damit Unternehmenserfolges.
Trotz aller Standardisierung muss eindeutig zwischen einem technischen und einem strategischen Standard unterschieden werden. Die Einhaltung und Umsetzung des technischen Konzeptes wird auch weiterhin Personal benötigen, nur eben in einer anderen Rolle.
Sicher, die Tüftler und Schrauber sind dann nur noch bedingt gefragt, doch im Zuge der Globalisierung ist das Umdenken innerhalb des Berufsstandes längst überfällig. Jede andere interne Abteilung in den Unternehmen hat sich diesen Herausforderungen längst stellen müssen, damit man im nationalen und internationalen Wettbewerb überhaupt noch marktfähig ist.
Auch die Argumentation, die Kontrolle der Daten und damit der laufenden Geschäftsprozesse zu verlieren und sich in eine Abhängigkeit gegenüber einem Serviceprovider zu begeben, ist nur ein weiteres Indiz für die momentane Unsicherheit.
Gesetzliche Regelungen sorgen dafür, dass es klare Spielregeln für den Anbieter gibt. Zudem arbeiten die Unternehmen eng mit den jeweiligen Anbietern zusammen. Verantwortlichkeiten können also konform mit den eigenen Unternehmensvorstellungen vereinbart werden. Und es gilt zudem die Regel nur jene Prozesse auszulagern und von Dienstleistern übernehmen zu lassen, die nicht den eigenen Kernkompetenzen entsprechen.
Gesucht: IT Verwalter in einer deutlich aufgewerteten Position
Wer also den Anschluss nicht verlieren will, sollte sich bewusst für den Rollenwechsel entscheiden und sich damit unentbehrlich für das Unternehmen machen. Die Cloud wird kommen – so oder so.
Und es warten unzählige berufliche Möglichkeiten in der Cloud. Der IT Verantwortliche von heute muss strategisch Unternehmensprozesse planen können, neue Services aus der Cloud in bestehende Geschäftsprozesse integrieren und neue Geschäftsmodelle entwickeln, die technologisch auf Cloud Modellen aufbauen. Kurzum, weitreichende Strategie- und Finanzentscheidungen, die Unternehmensabläufe deutlich schlanker machen, gilt es zu bewältigen.
Diese Herausforderungen aber werden den Berufsstand in der IT aufwerten und verbessern. Betrachtet man die durch die Cloud ausgelösten Veränderungen aus dieser Sichtweise, ist die zu erwartende Entwicklung für den IT Mitarbeiter viel attraktiver.