
Bürojobs gelten allgemein als wenig körperlich anstrengend. Dabei ist das Sitzen in unnatürlicher starrer Haltung ein physisches Risiko. Die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Fehlzeiten durch Beschwerden am Bewegungsapparat haben ihre Ursachen darin. Die Fehlzeitstatistiken der Krankenkassen in Deutschland und Österreich bestätigen, dass die Beschäftigten am häufigsten unter Muskel- und Nackenverspannungen leiden, sowie Probleme an der Lendenwirbelsäule aufweisen.
Bereits jeder 5. Angestellte der mehrere Stunden am Tag vor einem Bildschirm verbringt, leidet regelmäßig an diesen Beschwerden. Und nicht nur das, die allgemeine Haltung verändert sich mit der Zeit und der zusätzliche Bewegungsmangel führt schneller und öfter zu Beeinträchtigungen der Gesundheit.
Ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze als sinnvolle Alternative
Der leitende Arbeitsmediziner an der Uniklinik Mainz empfiehlt höhenverstellbare Tische, damit auch im Stehen gearbeitet werden kann. Ebenso wichtig sind Stühle bei denen sich Rückenlehne und Sitzfläche mit bewegen. Wichtig ist vor allem ein Umdenken bei den Patienten. Schon kleine Verhaltensänderungen können große Erfolge bringen. Bewegungsabläufe sollten in den Arbeitsalltag integriert werden, so zBsp. lieber mal zum Büro des Kollegen laufen statt eine E-Mail zu schreiben oder den Drucker nicht in Handreichweite aufstellen.
Welchen Kriterien müssen Büromöbel entsprechen?
Tische: Wichtig ist eine große Arbeitsfläche und eine ausreichende Tischhöhe von min 70 c. Die Füße sollten ganzflächig auf dem Boden stehen. Um zu testen ob die Tischhöhe angemessen ist,sollte die Tischkante in Höhe der Ellenbogen bei herabhängenden Oberarmen sein.
Stühle: Höhe und Sitztiefe sollten auf jeden Fall verstellbar sein. Die Sitzlehne sollte sich mit der Körperbewegung neigen können. Armlehnen sind nur dann sinnvoll, wenn diese sich verstellen lassen, so dass man sie an die jeweilige Körpergröße anpassen kann.
Bildschirm: Der Bildschirm sollte nicht kleiner als 15 Zoll sein. Wichtig ist aber wie er aufgestellt wird. Der korrekte Sehabstand beträgt 60 cm. Der Bildschirm sollte zusätzlich leicht nach hinten geneigt sein und die Oberkannte etwas unterhalb der horizontalen Sehachse liegen. So trifft der Blick senkrecht auf die Oberfläche.
Regelmäßige Pausen vermeiden brennende Augen
Unsere Augen vollbringen täglich Höchstleistungen vor dem Bildschirm. Daher sind sie auch einer besonders hohen Belastung ausgesetzt. Bei der Bildschirmarbeit blinzeln wir pro Minute nur 2 Mal statt wie normal mindestens 20 -25 Mal. Das Auge wird nicht ausreichend befeuchtet und beginnt zu brennen.
Auch spiegelnde Oberflächen, wie bei vielen Standardlaptops lenken das Auge zusätzlich ab und strapazieren es so. Schlecht Beleuchtung führt zu einer ständigen Erweiterung der Pupillen und hat zur Folge das der Augeninndruck steigt. Unsere Augen schmerzen. Daher ist es wichtig, regelmäßige Pausen von 5 – 10 Minuten einzuhalten
Arbeitsplatz sollte möglichst belastungsarm sein
Um Rücken, Nacken und Augen möglichst zu schonen sollte der Arbeitsplatz belastungsarm eingerichtet werden. Die Behörden für Arbeitsschutz helfen hier, den Arbeitsplatz richtig zu gestalten.
Noch immer gibt es viele Bildschirmarbeitsplätze die erhebliche Mängel aufweisen, so ist oft die Beleuchtung zu dunkel oder die Monitore sind veraltet. Sicher ist das mit kleinen Veränderungen und dem richtigen Bewusstsein , jeder etwas für einen gesunden Arbeitsplatz tun kann.