Sonntag 19. Mai 2013, 13:42
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Flash ist Pflicht!

DATEF Comment

Die gute Idee. Das ist viel einfacher gesagt, als umgesetzt. In Südtirol fällt  auf, dass nur wenig kuriose Werbung gemacht wird. Es gibt Ausnahmen, aber in der Regel bleiben sich die Werbemacher in ihren Konzepten treu. Warum das so ist? Südtirol ist geprägt von Tradition, viel Geschichte und Heimatverbundenheit. Da werden die Geschäfte auch mal noch mit Handschlag besiegelt. Das ist für die Werbemacher ein echtes Problem, denn man will ja mit dem Angebot locken und nicht verschrecken. Dennoch  ist es letztlich nur ein Vorurteil dem da beigewohnt wird, lieber alles so zu lassen, statt auch mal zu begeistern. Denn trotz allem Risiko mit Botschaften auch mal daneben zu liegen, birgt das Neue auch die Chance auf den AHA Effekt beim Kunden. Und wem auffällt wenns mal auffällt, der hat am Ende trotzdem geschafft den kurzen wertvollen Moment zu erhaschen, den man Aufmerksamkeit nennt und der auch von der Frage nach dem Richtig oder Falsch entbindet.

Stefanie Graupner, Redaktion


Mal wieder richtig gute Werbung?

DATEF Magazine

Spätestens beim Samstag Abend Blockbuster ereilen sie uns – die Werbeunterbrechungen. Das vorprogrammierte Zappen des Zuschauers wird schon seit Jahren geschickt unterbunden, in dem gleichzeitig Werbung auf allen weiteren Kanälen startet. Wenn man sich also nicht gezwungener Maßen die hundertste Wiederholung von Columbo auf den drittklassigen Sendern anschauen möchte, gibt es kein Entrinnen.

Das die Werbemacher es schwer haben ihre Botschaften in unseren Köpfen zu platzieren bei bis zu 3000 Werbebotschaften die uns pro Tag erreichen, wird schnell klar, das Werbung mittlerweile eine Kunst ist. Sie soll bedarfsgerecht, emotional und den Will-ich-haben Effekt beim Verbraucher wecken.

Im B2C Bereich sind längst alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden. Dennoch stechen einige Werbefilme und Botschaften trotzdem immer wieder hervor. Warum das so ist und wieso wir die angepriesenen Waren trotzdem kaufen, beleuchten wir diese Woche in unserem DATEF Magazin.

Einzigartig trotz Kopie

Sex sells. Die wohl meist verwendete Methode Waren an den Mann oder die Frau zu bringen, ist immer noch den menschlichen Instinkt zu wecken. Doch auch hier hat es in den letzten Jahren große Veränderungen gegeben. Einfach nur "nackt", zieht keinen Endverbraucher mehr in den Bann. Die stattgefundene Übersättigung zollt zwangsläufig ihren Tribut. Stattdessen setzen viele Firmen auf moderne Konzepte wie virales Marketing, Dialogmarketing, Web 2.0 und Crossmedia.

Ein Beispiel dafür wie plump Werbung wirken kann, wenn die richtige Idee dahinter fehlt, ist die 2011er Deo Werbung von Fa. Hier wurde einfach nur auf 2 Komponenten gesetzt: schöne Menschen und nackte Haut. Keine Bindung zum Kunden, keine kreierte Wunschvorstellung, kein Aha Effekt. FLOP.

Die Frage dahinter ist, welche Illusion schafft ein Konzern mit seinem Produkt beim Konsumenten.

Ganz anders hingegen das Konzept des Deo Anbieters Axe. Hier wird seit Jahren mit Charme und Witz viel Haut präsentiert. Die Illusion die dabei präsentiert wird, ist stets die Gleiche: Wer Axe benutzt ist ein Frauenmagnet. Dennoch, die Umsetzung und Ideen machen die Einzigartigkeit dieser Werbung aus, die nach dem xten Mal schauen immer noch gefällt. TOP.

Kurioses ist gefragt

Samsung hat es mit seiner Handy Werbung vorgemacht. Der Super- Bright Bildschirm des Smart Phones wurde mit einer Henne und einem genervten Besitzer beworben, indem er seiner Henne virtuelle Eier unterschiebt und sie damit zufrieden stellt. TOO REALISTIC? lautet daher die berechtigte Frage des Anbieters an den Verbraucher und beweist, dass kuriose Sichtweisen und eine geniale Idee diesen Spot ausmachen. TOP.

Die Firma Blendtec, ein US amerikanischer Hersteller für Mixer bewarb sein Produkt mit einer ungewöhnlichen Kampagne: Er zeigte, dass man mit seinem Produkt so gut wie alles zerkleinern kann, von der Fußballtröte bis hin zum Smart Phone. Die Steigerung des Absatzes laut eigenen Angaben von Blendtec lag bei 700 %.

"Endverbraucher werben". Das Empfehlungskonzept der neuen Limonade "Bionade" soll die Markteinführung und den Absatz ankurbeln. Mit nervtötendem BlaBla angeblicher Konsumenten versucht der Hersteller sein Zuckergetränk zu bewerben. Und auch wenn die Werbung schlecht ist, je häufiger die Wiederholungen und je mehr uns das Gesehene (oder Gehörte) abstößt, desto eher bleibt es in unserem Gedächtnis. D.h. wir kaufen es trotzdem.

Print 2 Web weiter im Aufwind

Gerade im B2B Bereich setzen Firmen und Hersteller stark auf die Verbindung von Print und Webkampagnen. Crossmedia a la carte sozusagen. Der DDP Award wird jährlich an die besten Projekte im Bereich Dialogmarketing verliehen. Ob Weihnachtslieder singende Stifte per Mausklick oder Buchstabensalat im Mailing – wichtig ist das die Ideen zum Produkt passen und in ihrer Assoziation nicht zu weit hergeholt sind. Dennoch ist die Werbung gerade im B2B Bereich noch ausbaubar. Die Last der Seriosität verhindert oft, auch ungewöhnliche Konzept zu präsentieren. Häufig werden eben noch zu große Unterschiede bei den Zielgruppen gemacht. Dabei kann viel abgeschaut werden aus dem B2C Bereich und besser gemacht werden.